Das Knäblein in der Badewanne

»Ich weiß nichts«, sagte das Knäblein in der Badewanne.
»Das ist auch gar nicht nötig!« bemerkte die weise Mama.
»Ich will doch aber«, rief das Knäblein, »ein großer Mann werden.«
»Dann brauchst Du», schrie krächzend das weise Weltweib, »erst recht nichts zu wissen.«
»Dolle Welt!« murmelte das Knäblein.

Paul Scheerbart »Immer mutig!«

Pirate this game!

Die Independent-Game-Firma Greenheartgames hat ein so unterhaltsames wie interessantes Experiment gewagt. Parallel zur Veröffentlichung ihres ersten Spiels “Game Dev Tycoon” haben sie eine gecrackte Version des Spiels ins Internet gestellt und selbst verbreitet. Der einzige Unterschied zwischen dieser Version und der gekauften: In der nicht-lizenzierten Version machen dem Spieler Software-Piraten das Geschäft kaputt. Zahllose Forenposts später klären die Entwickler den Spaß auf.

Social-Media-Lexikon (I): Instagram

Instagram ist ein ursprünglich für iOS-Geräte entwickelter sozialer Fotodienst, der dazu dient mit ironischen Vintage-Filtern versehene Bilder von Sehenswürdigkeiten, anspruchsvollen Büchern und vor allem Lebensmitteln zu verbreiten. Waren Apple-Kunden in der Frühzeit des Dienstes noch unter sich, hat spätestens die Veröffentlichung einer Android-App im April 2012 und die nachfolgende Übernahme durch Facebook dieses Distinktionsmerkmal aufgelöst. Für ambitionierte Verfolger urbaner Trends funktioniert der Dienst seither nur noch in meta-ironischer Brechung. Hashtags wie #nofilter oder Motive wie das mit einem Augenzwinkern als “Jutebeutel” betitelte Baumwollsackerl zeugen von diesem Umbruch.

In Kritik gerät Instagram indes immer wieder durch Gastroenterologen. Es sei unbedingt davon abzuraten ein Gerät, dass man zuvor “eine halbe Stunde beim Kacken[!] in der Hand gehalten hat, kurz darauf über sein Mittagessen zu halten. Ganz egal, ob es dadurch besser schmeckt.”
Für Hoffnungen sorgt der Dienst dagegen in der Verlagsbranche. Man verzeichne dort merkliche Umsatzzuwächse im Bereich der anspruchsvolleren, zeitgenössischen Literatur, heißt es aus Branchenkreisen. Die Verkäufe der deutschen Übersetzung von David Foster Wallace’ Infinite Jest etwa, hätten erst mit der massenhaften Verbreitung von Fotos des Buches im Internet richtig Fahrt aufgenommen. “Ich will gar nicht wissen, wieviele von diesen Büchern nur zum abfotografieren gekauft werden und danach ungelesen in die Tonne wandern”, sagt ein Verlagsmitarbeiter, der ungenannt bleiben möchte.

Fremde im eigenen Jahrhundert

Ach Gema, es ist ja schön und gut, dass du Lizenzgebühren für die öffentliche Aufführung von Musik eintreibst; und die Höhe dieser Gebühren, die Frage von wem du nimmst und an wen du verteilst, da kann man ja vortrefflich drüber streiten, aber um Gottes Willen komm doch mal in der technischen Realität des 21. Jahrhunderts an und denk dir nicht so einen Quatsch aus:

Die Rechteverwerter sagten De:Bug auch ausdrücklich, dass bei einem Crash einer Festplatte das Kopieren einer Musiksammlung aus einem Backup auf eine neue Festplatte wieder neue Lizenzzahlungen erforderlich macht.


Nico Ernst, zeit.de: “Urheberrecht DJs müssen künftig für jede Musik-Kopie zahlen”

Eine praktische Übersicht zu den neuen Lizenzierungsmodellen gibt es bei der De:Bug.