Wie schlimm steht es um Christian Wulff?

ARD und ZDF haben nicht das ganze Wulff-Interview ausgestrahlt. Um die finanzielle Situation der Wulffs steht es offensichtlich schlimmer als bislang angenommen. Der folgende Teil des Gesprächs wurde, wohl aus Rücksicht und um das Amt des Bundespräsidenten nicht noch weiter zu schädigen, aus der TV-Fassung herausgeschnitten.

Deppendorf: Wie sind Sie dabei vorgegangen? Haben Sie einfach das Konto überzogen und die Bausteine im Internet bestellt? Oder sind sie selbst in den Baumarkt gefahren?
Wulff: Ganz unterschiedlich, in allen Formen. Ich habe Ziegel auf Baustellen gestohlen und in der Garage gebunkert; ich habe auf Rechnung bestellt und gesagt, das wird später noch bezahlt. Oder ich habe es sofort per Kreditkarte bezahlt. Später habe ich die Rechnungen dann hin- und hergeschoben. Die Mastercard per Visa bezahlt, die Visa-Karte dann über den Dispo und den Dispo mit Privatkrediten von Freunden aus der Schule ausgeglichen. Eigentlich war das eine Patchworkarbeit, die sich am Ende auf mindestens 80 Konten verteilt hat.
Schausten: 80 Konten?
Wulff: Ich habe für jeden Schulfreund und jede Ehefrau, seien das nun meine eigenen oder die von Freunden, ein Sparbuch oder Girokonto angelegt, ich habe unterschiedliche Ordner angelegt, ich habe über die Jahre hinweg auf vier unterschiedlichen Computern gearbeitet, die an unterschiedlichen Orten waren. Überweisungen habe ich manchmal auf langen Urlaubsflügen vorgenommen. Ich habe, wenn ich Freunde auf Norderney besuchte gearbeitet und neue Verträge ausgehandelt, manchmal in Sparkassen oder wenn ich bei der BW-Bank war. Irgendwann hatte ich einen Wust an Schulden, der allerdings, abgesehen von den ständig höher werdenden Zinsen keinerlei erkennbare Systematik mehr aufwies.

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